Die meisten Handybesitzer kümmern sich nicht viel um die Stromversorgung ihrer
Mobiltelefone. Der Akku steckt nicht offen sichtbar im hinteren Teil
des Gehäuses und werden dort auch im Regelfall belassen - bis die Leistung des
Handys plötzlich merklich nachlässt und der Nutzer sein Gerät immer öfter ans
Ladegerät anschließen muss, um den Akku zu laden. Dabei funktionieren die Energiespeicher nur bei
richtigem Umgang und richtiger Pflege zuverlässig.
NiCd- und NiMH-Akkus

Im Handy und in Schnurlostelefonen kommen in der Regel vier
verschiedene Sorten von Akkus zum Einsatz: Nickel-Cadmium- (NiCd-),
Nickel-Metallhydrid- (NiMH-), Lithium-Ionen- (Li-Ion-) und Lithium-Polymer
(Li-Po-)Akkus. Die NiCd-Akkus sind von allen vier Akku-Arten am günstigsten,
weisen dafür aber auch eine Reihe von Nachteilen auf und sind nur noch in
älteren Handymodellen vorzufinden. Sie haben die geringste Energiedichte und
müssen daher größer als andere Akkumulatoren sein, um die gleiche Leistung
bringen zu können. Außerdem sind NiCd-Akkus am anfälligsten für den so genannten
Memory-Effekt (wenn sie mit Hilfe der Sintertechnologie hergestellt wurden):
Dabei geht Kapazität verloren, wenn der Akku nicht jedes Mal vor dem Aufladen
vollständig entladen wird. Weiterer Nachteil der NiCd-Akkus ist der
schwermetallhaltige und giftige Inhalt.
NiMH-Akkus sind verbreiteter als die NiCd-Sorte, denn ihre Kapazität ist
größer und sie sind weniger anfällig für den Memory-Effekt. Es genügt, den Akku
spätestens alle zwei Wochen einmal vollständig zu entladen. Tritt dieser
Defekt dennoch auf, kann er bei diesem Akku-Typ durch mehrmaliges vollständiges
Entladen und Laden des Energiespeichers wieder behoben werden. Vor allem
Low-End-Geräte versorgen diese Akkus, bei denen das Krebs erregende Umweltgift
Cadmium durch eine Wasserstofflegierung ersetzt wurde, mit Strom. Schwachstelle
der NiMH-Akkus ist ihre Lebensdauer: Während die NiCd-Akkus im Durchschnitt rund
1 500 Ladezyklen überstehen, kann bei den NiMH-Akkus schon nach ein
paar hundert Ladezyklen die Leistung unter das benötigte Niveau gesunken sein.
Li-Po- und Li-Ion-Akkus

Die modernsten Speicherzellen für Mobiltelefone sind zurzeit die
deutlich kleineren und leichteren Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus.
Zwar sind diese Akkusysteme momentan noch recht teuer, doch wird sich das sicherlich
bald ändern. Die Funktionsweise ähnelt der der NiCd-Akkus: Durch den Austausch der
Elektronen zwischen den Elektroden wird Energie erzeugt. Allerdings besteht
das Elektrolyt hier aus Lithium-Salz, beim NiCd-Akku aus Kalilauge.
Ihre großen Vorteile: Ihre Inhaltsstoffe sind nicht toxisch, und ein
Memory-Effekt ist praktisch nicht vorhanden. Das Nachladen des Energiespeichers
kann also unabhängig vom Kapazitätszustand erfolgen. Doch auch diese Typen
haben ihre Grenzen: Bedingt durch Oxidationsprozesse und Korrosion halten sie
in der Regel nicht länger als drei Jahre durch. Außerdem überstehen die
Li-Ion-Akkus bei sachgerechtem Umgang 500 bis 1 000 Ladezyklen
schadlos, die Li-Po-Akkus sogar nur 300 bis 500.
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So leben Handy-Akkus länger
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